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Suche den, der sucht – Warum wir aufhören sollten, Desinteressierte zu bekehren

Das Geheimnis der „Person des Friedens“ (Lukas 10)


Kennst du das? Du hast dir fest vorgenommen, Zeugnis zu geben. Du nimmst all deinen Mut zusammen und sprichst mit diesem einen Kollegen, der dem Glauben so kritisch gegenübersteht. Oder du versuchst immer wieder, bei dem Nachbarn, der eigentlich nur über Autos reden will, das Thema auf Gott zu lenken.Das Ergebnis? Frust auf beiden Seiten. Du fühlst dich als Versager, weil du nicht „durchdringst“, und der andere fühlt sich bedrängt oder genervt.


Wir investieren oft 80 % unserer geistlichen Energie in Menschen, deren Türen (noch) fest verschlossen sind. Wir versuchen, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Dabei hat Jesus seinen Jüngern eine völlig andere, viel entspanntere Strategie mitgegeben: Rennt nicht gegen verschlossene Türen an, sondern sucht die offenen.


Die Strategie von Lukas 10


In Lukas 10 sendet Jesus 72 Jünger aus. Seine Anweisung ist faszinierend. Er sagt nicht: „Geht und überzeugt jeden, der euch über den Weg läuft.“ Er sagt:

„Wenn ihr in ein Haus kommt, sagt als Erstes: Friede diesem Haus! Wenn dort ein Sohn des Friedens wohnt, wird euer Frieden auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren.“ (Lukas 10,5-6)

Jesus führt hier das Konzept der „Person des Friedens“ ein.Das ist ein Mensch, den Gott bereits vorbereitet hat. Bevor du den Raum betrittst, hat der Heilige Geist an diesem Herzen gearbeitet. Deine Aufgabe ist es nicht, das Interesse zu erzeugen (das ist Gottes Job), sondern das Interesse zu finden (das ist dein Job).


Wie erkenne ich eine „Person des Friedens“?


Eine Person des Friedens erkennst du an drei Merkmalen:


  1. Offenheit: Sie hören dir gerne zu. Wenn du von deinem Leben oder deinen Werten sprichst, wechseln sie nicht das Thema, sondern fragen nach.

  2. Gastfreundschaft: Sie mögen dich. Sie laden dich ein, bieten dir Kaffee an oder suchen deine Nähe. Die Chemie stimmt.

  3. Hunger: Sie spüren, dass ihnen etwas fehlt, und sind bereit, Hilfe oder Rat anzunehmen.

    Wenn diese Merkmale fehlen – wenn jemand abblockt, spöttisch ist oder kein Interesse zeigt –, dann ist diese Person (im Moment) keine Pe rson des Friedens für dich.


Die Erlaubnis, weiterzuziehen


Hier kommt der befreiende Teil, den wir oft überlesen. Jesus sagt: Wenn der Frieden nicht dort bleibt, dann schüttelt den Staub von den Füßen und zieht weiter. Das klingt hart, ist aber pure Fürsorge – für dich und den anderen. Es bedeutet: Du darfst aufhören. Du musst nicht endlos Energie in eine Beziehung pumpen, die geistlich tot ist. Du bist nicht dafür verantwortlich, verschlossene Türen einzutreten.


Wir verschwenden oft Jahre damit, den „harten Brocken“ bekehren zu wollen, und übersehen dabei die drei Leute direkt daneben, die offen und hungrig sind, aber von uns ignoriert werden, weil sie vielleicht unscheinbarer wirken.


Ein missionarischer Lebensstil bedeutet, sensibel für den Heiligen Geist zu werden: „Herr, wo hast du die Tür schon einen Spaltbreit geöffnet?“Dort investieren wir. Dort bauen wir Freundschaft. Dort laden wir ein.


Vom Verkäufer zum Schatzsucher


Wenn wir dieses Prinzip verstehen, ändert sich unsere Rolle. Wir sind keine Vertreter, die jedem an der Haustür etwas aufschwatzen müssen, das er nicht will. Wir sind Schatzsucher. Wir scannen unser Umfeld (Arbeit, Nachbarschaft, Sportverein) und fragen uns:


  • Wer mag mich?

  • Wer stellt mir Fragen?

  • Wer reagiert positiv, wenn ich sage „Ich bete für dich“?


Das nimmt den Druck raus. Wenn jemand negativ reagiert, ist das kein persönliches Scheitern. Es ist einfach nur die Information: „Okay, hier (noch) nicht.“ Wir segnen sie und gehen weiter zu dem, der offen ist.


Fazit


Hör auf, gegen Wände zu rennen. Gott hat schon Menschen in deinem Umfeld vorbereitet. Vielleicht ist es nicht der laute Kritiker, sondern die stille Nachbarin, die dir immer zulächelt. Vielleicht ist es der Kollege, der gerade in einer Krise steckt und Fragen stellt.Investiere deine Zeit dort, wo Gott schon am Wirken ist. Suche den, der sucht.


Kernzitat zum Mitnehmen:

"Wir müssen keine Türen eintreten. Unsere Aufgabe ist es, an den Klinken zu rütteln, um zu sehen, welche Türen Gott bereits entriegelt hat. Wenn eine Tür zu ist, segne sie und geh zur nächsten."

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