ES BEGINNT SICH ZU VERÄNDERN
- Jürgen Justus
- vor 1 Stunde
- 7 Min. Lesezeit
Warum die ersten Schritte in der Jüngerschaft so kraftvoll sind
Du hast es bemerkt, oder?
Irgendetwas verändert sich. Vielleicht kannst du es noch nicht in Worte fassen, aber du spürst es: In der Gemeinde beginnt etwas zu wachsen. Menschen fangen an, Jüngerschaft zu leben – und plötzlich ist nichts mehr wie vorher.
Das ist kein Zufall. Das ist Gottes Design.
Der Anfang – Klein, aber kraftvoll
Es beginnt oft unscheinbar. Ein paar Menschen, die sich treffen. Ein Gespräch über den Glauben, das tiefer geht als sonst. Jemand, der einen anderen an die Hand nimmt und sagt: „Komm, lass uns gemeinsam Jesus nachfolgen."
Dieser Anfang zeichnet sich durch etwas Besonderes aus: einen neuen Blick auf Christus und seine Gemeinde. Menschen beginnen, sich bewusster zu Gott zu bekennen. Sie entwickeln eine geistliche Sehnsucht, die sie vorher so nicht kannten.
Vielleicht erkennst du genau das in der Gemeinde wieder. Menschen, die anfangen, Fragen zu stellen. Die nicht mehr zufrieden sind mit einem oberflächlichen Glauben. Die spüren, dass da noch mehr sein muss.
Das ist der Beginn von etwas Großem.
Die Kraft der Transformation
Was passiert eigentlich, wenn Menschen anfangen, Jesus wirklich nachzufolgen?
Es ist mehr als ein religiöses Upgrade. Es ist eine völlige Verwandlung. So wie sich eine Raupe in einen Schmetterling verwandelt und als ein ganz neues Wesen wahrgenommen wird, so verändert Jesus Menschen von innen heraus.
Jesus selbst hat es versprochen: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben." Dieses Leben in Fülle ist keine kosmetische Veränderung. Es ist eine Transformation des ganzen Menschen – seines Denkens, seiner Beziehungen, seiner Prioritäten.
Das ist es, was du gerade beobachtest. Menschen werden nicht nur religiöser – sie werden anders. Ihr Charakter gleicht sich der Denk- und Handlungsweise Jesu an. Sie beginnen, Dinge zu sehen, die sie vorher übersehen haben. Sie entwickeln Mitgefühl, wo vorher Gleichgültigkeit war. Sie finden Frieden, wo vorher Unruhe herrschte.
Diese Transformation geschieht nicht über Nacht. Sie ist ein Prozess. Aber wenn er einmal begonnen hat, ist er nicht mehr aufzuhalten.
Die Freude des Fruchtbringens
Was bedeutet eigentlich „Frucht bringen" im Leben eines Jüngers?
Es ist nicht abstrakt. Frucht sind Menschen. Frucht wird sichtbar, wo Menschen für Christus gewonnen werden. Wo sie durch andere Jünger begleitet und zur geistlichen Reife geführt werden. Wo aus einem Nachfolger Jesu zwei werden, aus zwei vier, aus vier acht.
Jesus hat es mit einem Weizenkorn verglichen: Wenn es in die Erde fällt und stirbt, bringt es viel Frucht. Er selbst ist als einzelnes Korn auf Golgatha gestorben – und am Pfingsttag wurden dreitausend neue Körner geboren. Seitdem hat das Fruchtbringen nicht aufgehört.
Wenn du in deiner Gemeinde siehst, wie Menschen zum Glauben kommen, wie sie wachsen, wie sie selbst beginnen, andere zu begleiten – dann siehst du das Reich Gottes wachsen. Auch wenn es erst bei wenigen ist. Auch wenn es noch klein erscheint.
Denn genau so funktioniert das Reich Gottes: Es beginnt klein und wird groß.
Der Same einer Bewegung
Große Bewegungen starten von kleinen Anfängen.
Das klingt so einfach, aber es ist eine der tiefsten Wahrheiten des Reiches Gottes. Wenn wir die richtige DNA pflanzen – die DNA von Jüngerschaft, von Multiplikation, von Investition in Menschen – dann ist das Wachstum des Reiches unvermeidlich.
Jesus hat es selbst so beschrieben: Das Reich Gottes ist wie ein Senfkorn. Es ist das kleinste aller Samenkörner. Aber wenn es wächst, wird es größer als alle anderen Pflanzen und wird zu einem Baum, in dem die Vögel des Himmels nisten können.
Jeder Mensch, der jetzt in der Gemeinde beginnt, Jüngerschaft zu leben, trägt den Samen einer Bewegung in sich. Er mag sich dessen nicht bewusst sein. Es mag ihm klein und unbedeutend vorkommen. Aber in diesem kleinen Anfang steckt das Potenzial für etwas Gewaltiges.
Die ersten Christen in China hatten keine großen Programme, keine beeindruckenden Gebäude, keine professionellen Strukturen. Sie hatten Menschen, die anderen Menschen von Jesus erzählten und sie in der Nachfolge begleiteten. Das Ergebnis? Trotz jahrzehntelanger Verfolgung wuchs die Kirche exponentiell. Heute kommen jeden Tag Tausende zum Glauben.
Das Reich Gottes wächst überall dort, wo es sich frei entfalten darf. Und diese Entfaltung beginnt immer mit einzelnen Menschen, die anfangen, Jesus nachzufolgen und andere mitzunehmen.
Die Methode Jesu
Jesus hatte keinen komplizierten Plan. Er investierte sich in Menschen.
Er sammelte eine kleine Gruppe um sich. Aus dieser Gruppe formte er eine Kerngemeinschaft von Jüngern. Er lebte mit ihnen. Er lehrte sie. Er zeigte ihnen, wie das Reich Gottes aussieht. Und dann stellte er sie in Dienst, um hinauszugehen und es anderen weiterzusagen.
Das ist die Methode, die die Welt verändert hat. Nicht Programme. Nicht Veranstaltungen. Nicht Strukturen. Sondern Menschen, die sich in andere Menschen investieren.
Sinnvolles Lernen geschieht in echten Beziehungen. In Gemeinschaft. Wir brauchen einander zum Wachsen. Wir reifen durch Ermutigung und gegenseitige Rechenschaft. Durch Ansporn und Annahme. Durch Beobachten und Nachahmen.
Das ist genau das, was ihr jetzt tut. Menschen nehmen andere an die Hand. Sie teilen ihr Leben. Sie zeigen, wie Nachfolge aussieht – mit allen Höhen und Tiefen. Mit den Erfolgen und den Misserfolgen. Mit der Freude und den Kämpfen.
Diese Art von Jüngerschaft kann nicht in einem Klassenraum vermittelt werden. Sie geschieht am Frühstückstisch, beim Spazierengehen, beim gemeinsamen Gebet, in den alltäglichen Momenten des Lebens. Dort, wo das Leben wirklich stattfindet.
Weltveränderung durch Investition
Die größte Freude im Leben eines Christen kommt durch die Investition in andere Menschen.
Wenn du siehst, wie jemand, in den du dich investiert hast, selbst anfängt, sich in andere zu investieren – dann gibt es nichts Besseres. Das ist der Moment, in dem du weißt: Es hat sich gelohnt. Jede Stunde, jedes Gespräch, jedes Gebet.
So wächst die Bewegung Jesu. So breitet sich das Reich aus. Ein Leben nach dem anderen.
Das ist keine Massenproduktion. Das ist Handarbeit. Persönlich. Zeitintensiv. Manchmal mühsam. Aber genau so verändert sich die Welt.
Große Bewegungen liegen noch vor uns. Größere Dinge werden noch geschehen. Und diese großen Bewegungen der Zukunft werden von Menschen getragen, die mit Gott leben, ihr Leben in andere investieren und Leiter hervorbringen, die selbst wieder investieren.
Eine ununterbrochene Kette von Investition. Generation für Generation. Bis Jesus wiederkommt.
Gamechanger sein
Damit diese Welt besser wird, damit „sein Reich komme" und „wie im Himmel so auf Erden" ein Stück mehr Realität wird – dafür braucht es dich.
Nicht irgendjemanden. Dich.
Du bist berufen, ein Gamechanger zu sein. In deiner Familie. An deinem Arbeitsplatz. In deiner Gemeinde. In deiner Nachbarschaft. Überall dort, wo Gott dich hingestellt hat.
Das bedeutet nicht, dass du Pastor werden musst. Es bedeutet nicht, dass du alles aufgeben und ans andere Ende der Welt ziehen musst. Es bedeutet, dass du dort, wo du bist, anfängst, Menschen zu fischen und sie zu Jüngern zu machen.
Ein Jünger, der sich in einen anderen investiert. Der ihm zeigt, wie man mit Jesus lebt. Der ihm hilft, selbst ein Jünger-Macher zu werden.
Das ist alles. Und das ist alles, was es braucht, um die Welt zu verändern.
Ein Wort der Ermutigung
Vielleicht fragst du dich: „Ist das, was bei uns passiert, wirklich so bedeutsam?"
Ja. Tausendmal ja.
Jeder große Fluss beginnt mit einem kleinen Rinnsal. Jede weltverändernde Bewegung beginnt mit wenigen Menschen, die anfangen, anders zu leben.
In Brasilien gibt es eine Gemeinde, die einmal klein und schüchtern war. Innerlich begrenzt. Auf den Erhalt ihrer Mitgliederzahlen fokussiert. Dann begannen sie, Jüngerschaft und Multiplikation ernst zu nehmen. Heute haben sie über 30.000 Menschen in tausenden Zellgruppen. Viele wurden gerettet. Leben, Ehen und Familien wurden wiederhergestellt.
Und weißt du, was sie sagen? „Das ist erst der Anfang."
Das gilt auch für euch.
Was du gerade in der Gemeinde siehst, ist erst der Anfang. Die wenigen, die jetzt beginnen, Jüngerschaft zu leben, sind die Pioniere. Sie gehen voran. Sie zeigen, dass es möglich ist. Sie legen das Fundament für etwas, das viel größer werden kann, als irgendjemand sich vorstellen kann.
Was jetzt kommt
Hier sind drei Dinge, die du tun kannst, um das Wachstum zu fördern:
Erstens: Feiere die kleinen Anfänge. Jede Veränderung zählt. Jedes Gespräch über den Glauben. Jede Investition in einen anderen Menschen. Achte darauf und würdige es. Sprich darüber. Danke Gott dafür.
Zweitens: Erzähle die Geschichten. Wenn Menschen sich verändern, lass sie davon berichten. Geschichten sind ansteckend. Sie machen Mut und zeigen anderen: „Das ist auch für mich möglich." Jedes Zeugnis von Veränderung ist ein Same, der in andere Herzen fällt.
Drittens: Bleib dran. Das ist vielleicht das Wichtigste. Wenn du nur mit einer Person pro Jahr Jüngerschaft lebst, dann sind es nach einem Jahr zwei Menschen. Nach zwei Jahren vier. Nach zehn Jahren über tausend. Das klingt langsam, aber es ist die schnellste Methode, die Welt zu verändern.
Dranbleiben ist alles. Nicht aufgeben. Weitermachen. Auch wenn es manchmal mühsam ist. Auch wenn nicht jeder, in den du investierst, so wächst, wie du es dir erhoffst.
Die Treue im Kleinen führt zu Großem.
Der Beginn von etwas Großem
Was du gerade in der Gemeinde erlebst, ist kein Zufall. Es ist nicht einfach ein Trend oder eine Phase.
Es ist das Reich Gottes, das wächst.
In unserer heutigen Kultur verspotten wir oft das Kleine. Wir sind davon nicht beeindruckt. Wir hätten lieber schnelles, furioses, fantastisches Wachstum. Große Zahlen. Beeindruckende Statistiken.
Aber Jesus hat uns etwas anderes gelehrt. Er hat uns gelehrt, auf das Kleine zu achten. Auf den einzelnen Menschen. Auf die eine Beziehung. Auf den kleinen Samen, der in die Erde fällt.
Denn im Kleinen liegt die Kraft der Multiplikation. Im Kleinen liegt der Same der Bewegung. Im Kleinen liegt das Geheimnis des Reiches Gottes.
Achte auf das Kleine. Denn das Kleine verändert die Welt.
Gebet
Herr Jesus, danke für das, was du in unserer Gemeinde beginnst. Danke für jeden Menschen, der anfängt, dir nachzufolgen und sich in andere zu investieren. Hilf uns, dranzubleiben. Gib uns Augen, die das Wachstum deines Reiches sehen – auch wenn es klein anfängt. Und lass uns Teil dieser Bewegung sein, die du begonnen hast und die du vollenden wirst. Amen.
„Große Bewegungen starten von kleinen Anfängen."