Das Geheimnis der unsichtbaren Arbeit – Bete für Menschen, bevor du mit ihnen sprichst
- Jürgen Justus

- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Wenn wir das Wort „Evangelisation“ hören, denken wir meistens an Reden. Wir denken an schwierige Gespräche. An Argumente. An die Suche nach den richtigen Worten, um jemanden von Gott zu überzeugen. Und genau deshalb bekommen viele von uns schweißnasse Hände. Wir haben Angst, etwas Falsches zu sagen, aufdringlich zu wirken oder auf eine Frage keine Antwort zu wissen.
Die goldene Regel lautet: Rede immer erst mit Gott über deinen Nachbarn, bevor du mit deinem Nachbarn über Gott redest.
Die Last abgeben
Warum ist diese Reihenfolge so entscheidend? Weil sie die Verantwortung dorthin zurücklegt, wo sie hingehört: zu Gott. Wir bilden uns oft ein, es hänge von unserer Überzeugungskraft ab, ob jemand Jesus findet. Das ist theologisch falsch und emotional erdrückend. Wir können keine Herzen verändern. Wir können keine blinden Augen sehend machen. Das ist allein der Job des Heiligen Geistes.
Wenn wir mit Gebet beginnen, erkennen wir an: „Gott, du bist schon an diesem Menschen dran. Du liebst ihn mehr als ich. Ich bin nur dein Mitarbeiter.“Das nimmt die Angst. Wir müssen niemanden „bekehren“. Wir müssen niemanden in eine Ecke argumentieren. Wir müssen nur verfügbar sein.
Wie man „unsichtbar“ arbeitet
Diese Arbeit ist unsichtbar, aber sie ist das Fundament von allem. Wie sieht das praktisch aus? Es bedeutet nicht, stundenlang auf den Knien zu liegen. Es ist viel alltagstauglicher:
Der Blick auf die Namensliste: Schreib dir die Namen von drei Menschen auf (Nachbarn, Kollegen, Freunde), die Jesus noch nicht kennen. Leg den Zettel in deine Bibel oder kleb ihn an den Kühlschrank. Wenn du ihn siehst, schick ein Stoßgebet nach oben: „Herr, segne sie heute. Zeig ihnen deine Liebe.“
Der „Türschwellen-Moment“: Bevor du dich mit einem Freund triffst oder das Büro betrittst, halte kurz inne: „Vater, ich gehe da jetzt rein. Wenn du möchtest, dass ich heute etwas von dir weitergebe, dann mach du bitte die Tür auf. Wenn nicht, dann hilf mir einfach, ein guter Freund/Kollege zu sein.“
Das Gebet um Sichtweise: „Herr, zeig mir diesen Menschen so, wie du ihn siehst.“ Das verändert oft unsere Haltung von Genervtheit („Er redet schon wieder nur über Fußball“) zu Mitgefühl („Er ist eigentlich sehr einsam“).
Die Veränderung passiert bei uns
Das Spannende ist: Wenn wir anfangen, für Menschen zu beten, verändert das oft weniger die Menschen (zuerst), sondern uns.Wir werden sensibler. Wir achten plötzlich auf kleine Signale. Wenn wir gebetet haben: „Gott, gebrauche mich heute“, dann gehen wir mit offenen Augen durch den Tag. Wir bemerken den traurigen Blick der Kassiererin. Wir hören den Unterton in der Stimme des Nachbarn.
Wir erkennen die „Göttlichen Termine“, weil wir uns morgens im Gebet dafür angemeldet haben.
Fazit
Hör auf, dir den Kopf darüber zu zerbrechen, wie du das nächste Gespräch auf geistliche Themen lenken kannst. Fang stattdessen an, im Stillen zu beten.Mach die unsichtbare Arbeit. Pflüge den Boden im Gebet. Und dann entspann dich.Wenn du gebetet hast, kannst du darauf vertrauen: Gott wird die Möglichkeiten schaffen. Und wenn der Moment kommt, wirst du nicht verkrampft sein, sondern bereit – weil du vorher schon mit dem Chef darüber gesprochen hast.
Kernzitat zum Mitnehmen:
"Das Gebet ist nicht die Vorbereitung für die Arbeit. Das Gebet IST die Arbeit. Wenn wir beten, bringen wir Menschen vor den Thron Gottes, noch bevor wir ein einziges Wort mit ihnen gewechselt haben."



Kommentare